Thema · aus meinem Erfahrungsbericht
Kosten der Kiefer-OP: Rund 3.000 € trotz Krankenkasse
Meine Krankenkasse hat die Bimax-OP und die Zahnspange übernommen. Trotzdem habe ich rund 3.000 € selbst bezahlt – und zugestimmt hatte ich dem, bevor überhaupt etwas gemacht wurde. Hier steht, wofür das Geld war.
| Bereich | Wofür | Betrag |
|---|---|---|
| Kieferchirurg | Zusätzliche Untersuchungen, 3D-Aufnahmen, Planung | 1.404 € |
| Kieferorthopäde | Zusatzleistungen rund um die Zahnspange | 1.620 € |
| Gesamt | 3.024 € |
Die Beträge stammen aus meiner Behandlung vor der OP im September 2018. Bei dir können Posten und Preise anders aussehen.
Beim Kieferchirurgen: 1.404 €
Die Kasse zahlt nur eine 2D-Röntgenaufnahme. Mein Chirurg wollte den Hauptnerv aber in 3D lokalisieren, um sicherzugehen, dass er bei der OP nicht verletzt wird. Dazu kamen weitere Untersuchungen, die nicht zwingend nötig, aber gesundheitlich besser oder angenehmer waren. Selbst bezahlt habe ich:
- Profil- und Enface-Fotografie
- Klinische Funktionsanalyse
- Gelenkbezogene Registrierung
- Modellmontage und Maßnahmen an Modellen im Artikulator
- Registrierung der Unterkieferbewegung
- Splint
- Computertomographie im Kopfbereich mit 3D-Rekonstruktion
- Lagerbildung, Implantation von Knochen, Knochenspanentnahme, Membrantechnik
Beim Kieferorthopäden: 1.620 €
Nachdem die Kasse den Behandlungsplan genehmigt hatte, kamen beim Kieferorthopäden weitere Posten dazu. Nur die Porzellanbrackets waren meine eigene Wahl, weil man sie weniger sieht. Alles andere war laut Praxis gesundheitlich notwendig:
- Porzellanbrackets
- Superelastische Bögen
- Gaumenbogen
- OP-Paket
Was die Krankenkasse grundsätzlich übernimmt
Für Erwachsene ist eine Zahnspange normalerweise Privatleistung. Die gesetzliche Kasse zahlt nur bei schweren Kieferanomalien, die eine kombinierte kieferorthopädische und kieferchirurgische Behandlung erfordern (Verbraucherzentrale NRW). Die Techniker Krankenkasse nennt dafür bestimmte Indikationsgruppen wie KIG D4 oder M4 (TK).
Der Behandlungsplan muss vor Beginn bei der Kasse eingereicht und genehmigt werden. Die Kosten der Operation selbst übernimmt die Kasse in solchen Fällen in der Regel vollständig (Uniklinik Düsseldorf). Die Zusatzkosten entstehen – wie bei mir – meist durch Leistungen außerhalb des Kassenkatalogs.
Mein Tipp: Frag vorher genau nach
Mir wurden die Zusatzkosten nicht wirklich transparent dargestellt. Lass dir deshalb vor Beginn jede Zusatzleistung schriftlich aufschlüsseln. Diese Fragen helfen dabei:
- Welche Leistungen zahlt die Kasse, welche zahle ich selbst?
- Welche Zusatzleistung ist medizinisch nötig, welche ist Komfort oder Optik?
- Was kostet das insgesamt – beim Chirurgen und beim Kieferorthopäden?
Die ganze Geschichte, wie es zu den Kosten kam, steht im Kapitel Die Behandlung.